093 Log 230327 Renaissance 3.0
Ausstellung, ZKM, 2023

Renaissance 3.0
25.03. – So, 26.03.2023
Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe
→ Broschüre

«Die Kunst orientiert sich primär an den Dingen, die sich mit natürlichem Auge erfassen lassen, die Wissenschaft stieß dagegen schon seit dem 16. Jahrhundert mit Instrumenten zu bislang unzugänglichen »res invisibiles« des Mikrokosmos und des Makrokosmos vor. Heute arbeiten Künstler:innen im digitalen Zeitalter zunehmend mit denselben Werkzeugen, Methoden und Programmen wie die Wissenschaft. Dieser gemeinsame »Pool of Tools« weist auf den Beginn einer Verwissenschaftlichung der Kunst hin, wie sie die italienische Renaissance bereits zum Ziel hatte. Das ZKM | Karlsruhe widmet sich mit dem Forschungs- und Ausstellungsprojekt »Renaissance 3.0« den neuen Allianzen von Kunst und Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Das Symposium ist Gastgeber renommierter Wissenschaftler:innen und Nobelpreisträger:innen aus Disziplinen wie der Quantenphysik, Biochemie, Medizin und Kunstgeschichte.» (zit. n. Renaissance 3.0)

Symposium | Tag 1 –Video
25.03.2025
00:00 Intro 04:30 Einführung von Moderator Wolfram Eilenberger 16:15 Tilmann Betsch »Science Matters!« 01:12:45 Uwe Spetzger »Mixed Reality in der modernen Gehirnchirurgie« 02:02:12 Pause 03:47:45 Christiane Nüsslein-Volhard »Schönheit der Tiere: Evolution biologischer Ästhetik« 04:47:22 Stefan Hell »Wie man eine naturwissenschaftliche Grenze überwindet…und was man daraus machen kann« 05:51:30 Adam Riess »Dark Energy and the Future of the Universe«

Symposium | Tag 2 – Video
00:00 Intro 08:56 Einführung von Moderator Michael Hübl 14:08 Gerald Bast »Wissen ist Macht? – Kreativität ist Macht!« 01:11:01 Pause 02:12:54 Siegfried Zielinski »Optik, Automaten- und Experimentalkultur in der ersten, arabisch-islamischen Renaissance« 03:12:57 Horst Bredekamp »Michelangelo und die Materialaktivität« 04:06:55 Bazon Brock »Theoretische Kunst – Formende Verkörperung des Geistes«

Sonntag, 26. März 2023

11:00 – 12:00 Uhr Bazon Brock Besucher:innenschule zur Ausstellung »Renaissance 3.0«
12:00 –
12:40 Uhr
Gerald Bast Wissen ist Macht? – Kreativität ist Macht!
14:00 –
14:40 Uhr
Siegfried Zielinski Optik, Automaten- und Experimentalkultur in der ersten, arabisch-islamischen Renaissance
15:00 –
15:40 Uhr
Horst Bredekamp Michelangelo und die Materialaktivität
16:00 –
16:40 Uhr
Bazon Brock Theoretische Kunst – Formende Verkörperung des Geistes

 

Siegfried Zielinski
Optik, Automaten- und Experimentalkultur in der frühen, arabisch-islamischen Renaissance

Einführung Michael Hübl
Zum Begriff der Renaissance: die karolingische Renaissance – zur Schriftkultur – Wissen um den Einfluss der arabischen Kultur auf die westliche Kultur des Mittelalters. Zur Person von Siegfried Zielinski Rektor der Kunsthochschule in Karlsruhe, zahlreiche Publ.: zur Archäologie der Medien

«Ursprung liegt immer vor dem Fall, vor dem Körper und vor der Zeit» → Foucault (Aufschichtungen vergangener Gegenwarten), ein einziger Ursprung für das Heute impliziert eine definite wissenschaftl. Wahrheit → Ursprungsdenken und Teleologie hängen eng zusammen, es existieren zwei(?) epistemischen Varianten der mit eschatologischen Gesten verbunden (die letzten Dinge denken → Eschatologie) Denkfiguren: Anfangs- und Ende-Denken, von den ersten und den letzten Dingen erzählen (Baudrillard, Kittler, Virilio, Flusser) – im Gegensatz dazu das genealogische Denken: disparate Herkünfte eines Phänomens betrachten, um einen dynamischen historischen Zusammenhang zu öffnen (den man Renaissance nennen könnte aber ev. auch cultura experimentalis) (Nietzsche, Weibel) – Nietzsche «sucht nicht nach dem einen Ursprung, aus dem sich alles heraus entwickelt haben soll, sondern sucht die disparaten Herkünfte», «Labyrinth vergangener Ereignisse», was hinter uns bildet genauso ein Möglichkeitsraum, wie das was vor uns liegt (Video 2h:18)

«technisch-ästhetische Phänomene werden im Rahmen eines Erkenntnisinteresses reflektiert», um die tiefen Zeiten des Mediendenken und Medienhandeln zu erforschen
Versuch einer Genealogie zur erweiterten Animation zeitbasierter techno-ästhetischer Objekte
2008 Gründung eine Institut for Southern Modernities (Istanbul, Neapel)

Begriff der Animation


Gott der Meta-Automat
Ibn al-Haytham: Optik, Licht, Theorie der visuellen Wahrnehmung, eine «Empfangstheorie» der Sehorgane (als Apparate), experimentelle Erfahrungen (versus einer «Sendetheorie» (von Gott gesendet)). Ibn al-Haytham wurde nur z.T. übersetzt (v. Friedrich Riesner 1579 ins Lateinische), bis heute unvollständig! Ibn al-Haytham ist der grösste aller Universalgelehrten, herausragender Naturphilosoph und Mathematiker. Er wollte die Welt durch Technik, durch Apparate verändern –  pragmatisch: «materiologisches Mediendenken» (Zielinski)

«Entwickelte Kultur des Experiments» (Zielinski): Ibn al-Haytham verbindet Theorie und Praxis, Hermeneutik, technisches Wissen und Poiesis als Kunst des Machens. In den Häusern/Tempeln des Wissens, interreligiös, versammeln sich Gelehrte aller Regionen und Herkünfte, generös gefördert. Bibliothek, Apparatebau, Observatorien → fortschrittliche arabisch-islamische Wissenskultur → Manual (üppig bebilderten und beschriebenen, Bau- und Gebrauchsanleitung, bei der Text- und Gebrauchsinformation spielerisch ineinandergreifen), kann als Hypertext verstanden werden.

092 Log 230327
Sprechmaschine

Amnesia Scanner – Live at Appleville – Video
– mehr als ein Mundöffnungsritual?
– Zungenbewegung ist keine zu erkennen
– Leben im Reagenzglas

Motormouth Robot KTR-2 – Video
– 1:04 der Roboter imitiert die Vokale (vorgesungen)
– Die Stimme des Roboters ist in der Klangfarbe und Tonhöhe der Stimme des Versuchsleiters nachgebildet (Ansatzrohr), auf der anderen Seite kopiert der Versuchsleiter das Timbre des Roboters

ROBOT MOUTH (inc head) – Video
– Ausser dem Quietschen der Federn kein Laut zu hören
– Mimik: Augenbewegung und Augenbrauen
– Stimmapparat ist keiner eingebaut

great sound?! (vgl Kommentare)
nicht mehr das neueste Modell…

 

091 Log 230320 Aufbau Datenbank

Kommentarspalte für Quellenangaben oder pdf
–       Grösse der Webseite (in GB), wieviel Speicher steht zur Verfügnung?
–       Domain kaufen
–       Suchfunktion
–       Verschiedene Keys, nicht alle sehen alles
–       öffentlich nur Liste der Logbucheinträge (=Inhaltsverzeichnis)
–       Peer ausschliessl. research // Freunde = alles

230403
Vgl. pdf 230329 Entwürfe für eine Frontseite und Logbuchseite w/s
–        Fehlt Logo von SNF
–        Einbettung in www.doch.ch als Verzeichnis_doch.ch
–        Upload auf Metanet
–        B. schlägt WordPress vor
–        Kostenpunkt
–        Schlagwortsuche auf sämtlichen Logbucheinträgen → Zettelkasten
Abklären d. Anbindung an HKB-Projektseite, grafische Gestaltung, Finanzierung, Betreuung
Geht Logbucheintrag ohne Keyword/Schlagwort verloren?
Jeder Logbucheintrag muss eingebunden sein
Einbindung kann auf mehr als einer Ebene erfolgen (viele Schlagworte)

230423
Empfehlung WordPress nicht Typo3
Beachte PerfBlog: Interviewführung!
–        reinspringen mit einer Frage, danach aufrollen
keine umständlichen Fragen, sondern knapp

230427
Wie wird «eingefüllt», sollte sich nicht von der Arbeit im Logbuch unterscheiden…
–        Notizen (Hauptspalte)
–        Randnotizen
–        Links
–        Highlight
–        Korrigieren
–        Kommentarspalte / Stichworte / Fotos

Material zu den Entwürfen im Archiv

089 Log 230316_230424 Dziękuję za zaproszenie

 

 

088 Log 230313 Hiekel_Aspekte des Körperlichen in der Neuen Musik

Jörn Peter Hiekel und Institut für Neue Musik und Musikerziehung  Hauptarbeitstagung  Darmstadt: Body sounds : Aspekte des körperlichen in der Musik der Gegenwart, Main: Schott, 2017.

101 Logbuch 230426 Hiekel_Aspekte des Körperlichen (Fortsetzung)


70. Darmstädter Frühjahrstagung zum Thema «Body sounds. Aspekte des Körperlichen in Neuer Musik»
Um Aspekte des Körperlichen in Neuer Musik ging es bei der 70. Frühjahrstagung des Instituts für Neue Musik und Musik­erziehung in Darmstadt vom 30. März bis 2. April 2016. Unter dem Titel «Body sounds» galt es, gemeinsam darüber nachzudenken, in welcher Weise sich Aspekte des Körperlichen in Musik konkret artikulieren und welche Wege der Aufführung und des Erlebens dabei wesentlich sein können.
(zit.n. Neue Zeitschrift für Musik)

Inhaltsverzeichnis
Vorwort des Herausgebers
I. Körperkonzepte und Überschreitungen

Jörn Peter Hiekel: Über die «Wiederkehr des Körpers» in der Musik der vergangenen Jahrzehnte und in ihrer Wahrnehmung
Bernhard Waldenfels: Leibliches Musizieren
Stefan Drees: Von mixed media zum extended performer: Eine fragmentarische Geschichte medialer Erweiterungen des menschlichen Körpers
Wolfgang Lessing / Wolfgang Rüdiger: Neue Musik als Schlüsselkunst leib-körperlicher Erfahrungen
Lars Oberhaus: Klangkörper – Körperklang. Einsatzmöglichkeiten körperbezogener Neuer Musik im Unterricht
Gerhard Stäbler: CHANGE! – Eine Bratpfanne gehört ins Gepäck eines Komponisten. Eine Lese-Performance
Uwe Rasch: sounds: somatogen 114

II, Doppelporträt Nicolaus A. Huber und Heinz Holliger
Nicolaus A. Huber: Tradition – Anverwandlung – Auflösung. Körperliches und Rhythmus in eigenen Arbeiten
Der Körper ist nicht mein Thema. Heinz Holliger im Gespräch mit Wolfgang Rüdiger
Martin Zenck: Unvertretbarkeit des Körpers oder Embodiment? Zu den Hölderlin-Kompositionen von Heinz Holliger und Nicolaus A. Huber

III. Entfesselung und/oder Bändigung des Körpers
Wilfried Gruhn: Musikalische Gestik als Modus von Perzeption und Performanz
Körper – Musik –Performance, Sasha Waltz im Gespräch mit Christa Brüstle
Clemens Gadenstätter: Verstehen des Körpers des Klangs
Jennifer Walshe: Die «Neue Disziplin»
Pavlos Antoniadis: Körperliche Navigation mittels interaktiver Systeme in Brian Ferneyhoughs Klavierkomposition «Lemma-Icon-Epigram»
Robin Hoffmann: Ich komm‘ gleich runter und berühre! Heiße und kalte Körperversprechen in der Musik
Karolin Schmitt-Weidmann: Auf dem eigenen Körper. Aktive und passive Körperwahrnehmungen am Beispiel von Vinko Globokars «Corporel» und Robin Hoffmanns «An-Sprache»

 

087 Log 230313 Schreiben mit Stimmen
Update Forschungsprojekt

  • 1 chorisches Audioscoring
  • 2 Plattform für Logbuch
  • 3 Datenübertragung
  • 5 Themenfelder Schrift/Körper

1
chorisches Audioscoring
Ein Track 7 Kopfhörer

Audioarbeit

  • Volumenkurve mit Fader fahren und gleichzeitig aufzeichnen → Midi
  • Subtraktion zweier Audiotracks: Vorstellung von Auslöschung. Was genau passiert ist gänzlich von mir (Algorithmus) abhängig, Subtraktion in diesem Sinn gibt es nicht

Subtraktion

  • zwei Spuren übereinanderlegen, alles weitere = Editionsarbeit
  • Aufführungsrechte / Urheberrechte → eine neue Komposition
  • Aufnahme als Ergebnis der Forschung (= geschütztes Feld der Forschung, ausschliesslich im akademischen Bereich der Forschung, es gibt keine „Aufführungsrechte“ für Forschung)
  • Forschung muss publiziert werden können
  • Phil Minton: Doghnut in one hand
  • Vorschlag: Phil arbeitet mit Audioscoring zu Wolman (zu sich selber)….
  • → Idee/Konzept delegieren, nicht selber ausführen (Projektleiterin, Beobachterin)
  • Idee der Subtraktion transformieren (muss sich transformieren, denn Subtraktion gibt es nicht), man erfährt viel über das Ausgangsmaterial, inbesondere, wenn die Nachahmung scheitert.

Audioscoring räumlich

  • Audioscoringaufnahme im Schallzentrum bewegt und Audioscoring Ausganstrack fix im Stereobild

Zwei Revox

  • Archiv → an der Fellerstrasse
  • Dübendorf

Säge (Aufnahmen)
Im Antrag: mit moderner Studiotechnologie Erfahrung suchen / auch Hörerfahrung

  • Um die Tonbandgeschichte zu kontextualisieren
  • Animal Musical: Was Raum bedeutet, es gibt keine Durchsichtigkeit wie im Bild
  • Es gibt keine neutralen Aufnahmen (ohne Raum, trocken), auch im Studio nicht
  • Wahl der Mikrophone

2
Plattform für Logbuch und Materialien

  • eine in sich abgeschlossene Präsentation? → Keynote oder Powerpoint oder Google doc
  • Beide können mit Passwort geschützt werden
  • wer schriebt das Programm?
  • Freeform von Apple

Mail bez. Datenbanken HKB Interpretation und wordpress an die Institutsleitung
Tabelle ist kein gutes Ordnungssystem

  • = Pseudohierarchie
  • Worldpress ist Seiten-orientiert, ähnlich einem Buch, blättern
  • Worldpress kommt der Sache am nächsten

3
Daten übertragen

4
Themen: Schreiben/Schrift

  • Körper → Neue Musik goes popular Music

Thema vorwiegend im Bereich popular music research, bzw. feministische Musikwissenschaften
Adorno: „On popular music“
M gibt Kontext zu Adornos «on popular music»

  • Adorno und Eisler im Exil in den USA
  • Kritische Theorie in den USA → problematisch Rezeption
  • Kultur und Vermarktung
  • Eisler kann den Leuten nicht erklären, was er macht
  • sich verdingen müssen→ als Filmmusikkomponist
  • Adorno ohne Einkommen, weder als Komponist und noch als Theoretiker
  • Zu «Neuen Musik» gibt es in den USA kein Pendant, an Stelle von NM: Marketing-Fragen
  • Versuche das Institut für Sozialforschung in NY aufzubauen sind gescheitert
  • Ende 2. Weltkrieg, von welcher Popularmusik in den USA ist die Rede?
  • Adorno spricht vom Jazz, aber nicht vom Jazz der 60ger Jahre
  • „on popular music“ hat zynische Züge
  • ABER: es alles ist noch viel extremer geworden, A. hat recht
  • BA-Arbeit zu feministischer POP Musik, zu Hyperpop und Hyperfem.
  • Alibifrauen: Kate Bush und Laurie Anderson, aber alles andere ist Business, bitter! Pop-Kultur Background vermittelt erst das Studium, dass es noch was anderes gibt

Body/Körper

  • Boom, vgl. Transkript Verlag → body turn
  • gleichzeitig Überbetonung und Negierung der Körperlichkeit
  • Techno: sich selbst wie eine Maschine behandeln
  • Grundlagen von Schreiben mit Stimmen:
    Brigitte Felderer: Dramaturgin und Kuratorin Der Ausstellung Phonorama, des Zentrums für Kunst und Medien ZKM. Karlsruhe, 2004
    Doris Kolesch, Sybille Krämer (Hrsg): Stimmen, Berlin, Suhrkamp 2006.
    Daniel Gethmann (Kulturwissenschaft): Übertragung der Stimme, Zürich, Diaphanes 1998.
    Vilém Flusser (1920–1991 Medienphilosoph und Kommunikationswissenschaftler): spricht bereits von einer telematischen Gesellschaft. Er kennt kein Internet, keinen Komputer, trotzdem (oder deswegen?) sind in seinen Texte die gesell.&kult. Zusammenhänge anschaulich nahegebracht
  • Theodor W. Adornos (1903–1969, Musikphilosophie, Soziologie) Schriften sozusagen aus hist. Distanz und gerade deshalb ist die Gegenwart darin fasslich
  • KI, Hypersexulisierung,
  • Lisa Akervall (Filmwissenschaft):
    Die Wahrheit von Autotune, in: Navigationen – Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften, 2015, S. 77-98.
    Autotune und künstliche Intelligenz, Stimmmodulationen in digitalen Medienökologien, Voice Control und Kontrollgesellschaften
    pdf/A: Zusammenfassung_Wahrheit von Autotune
  • Luigi Nono (1924–1990, italienischer Komponist)
    – Stichwort Wahrnehmung → Tragödie des Hörens
    – Nono gehört zur Antikriegsbewegung, arbeitet im Vorstand der Kommunistische Partei
    – Massimo Cacciari ist für die Texte und Emilio Vedova für das Bühnenbild verantwortlich)
    – Zusammenarbeit mit Hans-Peter Haller im Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks in Freiburg- (Mail M.): zu Prometeo – Tragödie des Hörens
    unterschiedliche Hörgewohnheit: bildlich deutenden und skandalös dialogisches Hörens
    – «Tragödie des Hörens» = Hören als Entziffern von Bedeutungen, als Zuordnung von Mustern
    – damit bleibt das schöpferische utopische Vermögen von Musik unentdeckt.
    – Nono und der «Kurator» seiner Libretti Massimo Cacciari arbeiten mit der modernsten Technologien zum Zwecke der Vervielfachung der Hörfähigkeit, zB. dem Experimentalstudio in Freiburg (Ringmodulatoren, Harmonizer (Audiocomputer), Vocoder; spezielle Quint-, Terz- und Sekundfilterbänke; Gates, Halaphon, Verzögerungsgeräte). Mit ihr hat Nono über Jahrzehnte gearbeitet.
    – Nono ist der Stimmkomponist des 20Jh., Fabbrica illuminata (1964)! Al grand Sole…
    – Nono ist heute selten zu hören, anspruchsvolle Hingabe ans Hören, Fragmente Stille an Diotima ist sehr leise, in der 4. Reihe hörst man nichts.
    – Hinhören, das wollte Nono…

Schreiben

  • → Schallplatten sind Grapheme
  • → Moholy Nagy: in Wachs schreiben, direkt, Ritzschrift als Kompositionsmethode
  • → Rilke: die Schädelnaht als Ritzschrift
  • Tonband→ statt Ritzen werden magnetische Teilchen umgepolt, die Information wird nicht mehr GESCHRIEBEN, weil sie nicht mehr geritzt wird.
  • Schallplatte (ritzen) und Tonband (Magnetismus) entstehen zeitgleich! Das läuft parallel. Tonband ist weit weg vom „Schreiben“
  • Kittler (Grammophon, Film, Schreibmaschine) lässt das Tonband aussen vor
  • Tonband ist Kriegstechnik, der Elektromagnetismus ist erschütterungsresistent (transportabler als die Schallplatte)
  • Nach 1907 mit der Erfindung der Verstärkerröhre werden Mikrophone gebaut, die Schallwellen zu Stromstärken umwandeln  Elektromagnetismus ist nicht weit weg
  • 1890 wurde dünner Draht magnetisiert…

Lit.
Nils Röller: «Marshall Macluhan und Vilém Flusser zur ‘Tragödie des Hören’», in Hans-Peter Schwarz (Hrsg): Zweites Zürcher Jahrbuch der Künste, Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich, 2005.

Einführung zu Roland Roos Klangsintallation Rolywholyover, Juli 2005 als Klangarchipele im Raum verteilte Orchestergruppen

I McLuhan
Marshall McLuhan  (1911–1980, Kanada, Philosoph und Medientheoretiker, prägte Begriffe wie «Gutenberg Galaxis» (Ende des Buchzeitalters), globales Dorf, heisse und kalte Medien.

McLuhans «acoustic space»
– Zentral für Marshall McLuhans Medientheorie, im «elektrische Zeitalter» = Radio, TV
– es dreht sich nicht mehr länger alles um Printmedien
– acoustic spaces der Massenmedien Radio, TV

  • Mit welchen Konsequenzen für die Bildungslandschaft?
  • Im visuellen Raum der Printmedien verkümmern die anderen Sinne, nach McLuhan wird das Gleichgewicht wieder hergestellt.
  • Glenn Gould als McLuhaneske Figur
  • Der acoustic space ist richtungslos, grenzenlos, ohne Fokus, so McLuhan
  • konzentrisch (katholisch)
  • die räumliche Orientierung im Sinne von oben unten ist eine westliche, von der Schriftkultur hervorgebrachte Konstante, keine anthropologische Konstante

Sigfried Gideon (1888–1968 schweizter Architekturhistoriker)

  • 1954 in Kontatk mit McLuhan
  • Akustischer Raum ist überindividuell
  • Konzeptionierung des Raumes ist unbewusst, instinkt, erlaugt in den Kosmos des Höry einzudringen

McLuhan: Radio als Stammestrommel

  • seine medientheoretische Beschäftigung mit Räumen geht von elektronischen Medien aus
  • Sieht eine Zusammenhang zur Rezeption dieser Medien und der Oralität der Kulturlandschaft
  • Akustische Räume → Beziehungen
  • Quelle

II Vilém Flusser
Vilém Flusser (1920–1991, tschechisch-brasilianischer Medienphilosoph)

  • Komponieren als kybernetischer Prozess
  • Effekte generieren
  • Programmieren
  • In- und Output der „Black Box Körper»
  • Informationstheorie
  • Buber: dialogisches Leben → darum gibt es ein Bilderverbot: das Antlitz des anderen wird durch das Bild verstellt.
  • Telematik
  • Akustische Metaphern stehen für Offenbarungen

III Luigi Nono
Luigi Nono (1924–1990, italienischer Komponist)
Prometeo – Tragödie des Hörens
zwei unterschiedl. Hörgewohnheiten

  • bildlich deutend
  • skandalös dialogisch

warum spricht Nono von einer Tragödie des Hörens

  • weil zuviel gedeutet wird, entziffert, zugeordnet
  • er sucht die Vervielfachung der Hörfähigkeit
  • Prometheus bringt Feuer und Zahl

086 Log 230309 Kazoo

«The bazooka, it may be added, can be made at home.  Two pieces of gas pipe, one tin funnel, a little axle grease and a lot of perseverance, Sergt. Robert Burn says, equal one bazooka». (Jensen Brown, Mai 2017)

«The similarities are no accident.  Both “bazooka” and “kazoo” appear to share a common, related root word – “bazoo.”  To blow or toot one’s “bazoo” was idiomatic slang similar to the modern expression, “toot one’s own horn,” and the word “bazoo” standing alone was slang for any type of wind instrument, especially when played loudly or annoyingly». (Jensen Brown, Mai 2017)

Kazoo (Membranonophon) ← → Vuvuzela (Blasinstr.)

085 Log 230311 Robin James

Robin James (*1978 writer, editor, philosopher, music scholar):
«Music and Feminism in the 21th Century» in: Music Research Annual 1, 2020, p. 1-25.
vgl. 084 Log 230304 fem.Musikwissenschaften

Anstelle von Persönlichkeiten aus der Musikwelt, Genres und musikalische Traditionen fokussiert James auf fünf Fragestellungen (James 2020:1)

  • 1 many kinds of music of many diffrent kinds of feminism, zwei Arten von Feminism, die die patriarchale Ordnung verschleiern oder sogar intensivieren.
    Postfeminism: sagt feminismus sei obsolet geworden
    Popular Feminism macht Feminismus in spektaulärer Weise sichtbar und damit zu einer Marketing-Strategie
  • 2 Prekarisierung der Arbeit
  • 3 trans studies und trans fem.
  • 4 digitale Technologien
  • 5 sexual assult and harassment

1
Popular and Postfeminismus
(James 2020:2)
Der liberale Feminismus bestärkt die patriarchale Ordnung

  • Fokussiert auf die individuelle ökonomische Situation und die sexuelle Ermächtigung weißer bourgeoiser Frauen
  • feministischen Anliegen sind erledigt, haben sich erfüllt, sind weitherum akzeptiert
  • zB Sheryl Sandberg: Lean in

Postfeminismus

  • feminismus ist passé, altmodisch, wenn nicht tabu
  • so gibt es zum Beispiel keine Publikationen zu explizit feministischen Arbeiten in den Vorzeige Fachzeitschriften wie zB Journal of the Society for American Music,

Lina Džuverović: (independant curator, London): «Twice Erased: The Silencing of Feminisms in Her Noise,» in: Women and Music: A Journal of Gender and Culture, vol. 20, 2016, p. 88-95.

  • Džuverović kuratorische Strategie ist es, das feministische Projekt „Her Noise“ nicht als solches zu kennzeichnen
  • Džuverović will über Fem. hinausgehen…
  • einzig in Zeitschriften der popular music gibt es Artikel die Feminismus im Titel tragen
  • popular music ist interdisziplinär und nicht auf Musikologie beschränkt

Susan Cook (Musikwissenschaftlerin, em. Prof. University of Wisonsin-Madison:  “‘R-E-S-P-E-C-T (Find Out What It Means to Me)’: Feminist Musicology and the Abject Popular.” Women and Music 5, 2001, p. 140–145): weist darauf hin, dass popular music in der Forschung als Nebenschauplatz gilt – wie/durch die in diesem Feld verhandelten Gegenstände: durch Feminisierung und was damit assoziiert wird: Oberflächlichkeit und Körperlichkeit (Verkörperung)

Popular Feminismus (James 2020:4)

Steht für die kulturweite Zirkulation und Umwerbung feministischer Themen in Zusammenhang mit Ökonomien der Sichtbarkeit. Popfeminismus vermarktet feministische Praktiken und Ideologien

  • Body-Positivity für  Seifenwerbung
  • Spektakel: um ethischen Konsum und persönliches Marketing
  • exklusives, individuelles Verhalten und verdeckt institutionelle und strukturelle Unterdrückung

Dabei sollte  Self-ownership im Zentrum stehen und nicht Objektivierung, um die Möglichkeit zur Transformation des Mangels in eine Resource (Resilienz)

Banet-Weiser verweist auf folgendes Beyoncé MTV Video:

  • empowerment songs
  • pop chart popular feminism
  • von Frauen wird empowerment (songs) erwartet, aber je länger je mehr, gibt es keine Gegenleistung dafür (reward) = Bruch zw. weibliche Selbstermächtigung und der reality der männlichen Dominanz
  • in der Musikkritik taucht Poptimism ein Jahrzehnt früher auf als in den Charts
  • in den 2000er Jahren gibt es zwei sich überlappende Trends: der Dritte-Welle-Fem (Wertschätzung des Entwerteten: Stricken, Selbermachen, die Girl-Welt als solche) und der allesfressende/-absorbierende Konsum
  • Poptimism = wenn versch. ausgeschlossene ID in die Musik rehabilitiert, eingeschlossen werden, so wird popular music feminisiert mit allen Stereotypen der Frauen und des Femininen: Oberflächlichkeit, body over mind, unzulängliche Beherrschung, Formelhaftigkeit

«Theodor Adorno associates pop music with stereotypical femininity and feminine bodies, and uses those associations as a primary justification—if not the justification—for his infamous arguments about its low status» (Robin James: The Conjectural Body: Gender, Race, and the Philosophy of Music. Lanham, MD: Lexington Books, 2010.) (James 2020:6)
vgl. 084 Log 230304 fem.Musikwissenschaften

Poptimism und der populäre Feminismus unterwerfen das progressive Potential feministischer Politik unter kapitalistische Forderungen. So zeigt Alyxandra Vesey: (“Playing in the Closet: Female Rock Musicians, Fashion, and Citational Feminism,” in: «Emergent Feminisms: Complicating a Postfeminist Media Culture», edited by Jessalynn Keller and Maureen E. Ryan, New York: Routledge, 2018, p.73–90.): dass in der Rockmusikbranche der Bezug / Konsum von Kleidermarken als feministische Praxis dargestellt wird («citational feminism») und gleichzeitig profitieren sie davon, um das eigene Image zu vermarkten.

populärer Feminismus ist Spektakel, es fehlen systematischen Aktionen + Kritik

Es geht darum feministische Methoden zu praktizieren, die uns helfen uns mit Musik und untereinander zu verbinden, Unterdrückung abzuschwächen, die vom populären Feminismus überdeckt, wenn nicht sogar befördert werden

Populärer Feminismus und Frauenhass gehen Hand in Hand


2
Precarization and Work
(James 2020:8)

die Musikbranche ist das Paradebeispiel für

  • Gig-economy
  • no job security
  • jazz und impro als Vorzeigeunternehmerschaft
  • Nukleus des Fordismus ist die single-incom Familie
  • Gilt auch für die Musikwissenschaften, Konferenzen durchzuführen heisst Gelegeheitsjobs anzubieten, das ist mindestens so wichtig, wie Netzwerke, Mentoring, Professionalisierung
  • Arbeit am Curriculum der MUWI wird nicht finanziert, MUWI bleibt der Tradition verhaftet

– Non-stop arbeiten, um zu Erfolg zu kommen (James 2020:9)

  • Arbeit ist ein gegendertes, rassisch geprägtes und eigentumsverhaftetes Tun
  • Es gibt eine post-work und antiwork Ästhetik
  • es geht darum gegen die Präkarisierung ankämpfen
  • nicht die Inklusion der Frauen in die Arbeitswelt ist das Ziel, sondern den Begriff der Arbeit als ein patriarchales, weisses, suprematist Regime abzuschaffen

3
Trans studies
Postfeminismus und popular feminismus sind patriachale Effkete

  • Trans studies ≠ Queer studies, beachte: trans-exclusion feminism (vgl. Michigan Womyn’s Music Festival schliesst Transfrauen aus)

MUWI in den trans studies (James 2020:10)

  • Insbesondere Stimme als ein Gender-Phänomen ist verschiedentlich im Fokus der trans feminist music studies
  • Stephan Pennington (Musicology, Prof. of Music, Tufts University)(1) und Alexandros Constansis (2) zu Vocaltechniken während der Transition.
  • FTM (Female-To-Male) singers, müssen während der Transition ihrer Stimme besondere Beachtung schenken, weil die Hormontherapie die Stimmbänder verändern. Die Vermännlichung vollzieht sich sehr schnell vollzieht, oft zu schnell für die Stimmbänder, die wachsen und hart werden, was für die vocal box(?) schlecht ist.
  • Dieselbe Technik wird verwendet um eine nicht-gegenderte Stimme zu entwickeln, „pass as their own gender“
  • diese Cis-Appropriation von trans Stimmen, zB Beyoncé „Formation“ mit samples der trans Künstlerin Big Freedia wird kritisiert
  • Traditionell steht Stimme als Metapher für die Person (personhood), ihre Handlungsmacht (agency)
  • es darum, die Stimme als Stimme zu hören, auch als sonic, acoustic manifestation of trans voices
  • die Stimme „verrät“ die Menschen, diese werden verletzlich und sind wegen ihrer Stimme Gewalt ausgesetzt.
  • Wichtig in trans studien: matter and materiality / Stoffe / Stofflichkeit / Materialhaftigkeit / Materalität
  • Dana Baitz (mit Karen Barad): bevorzugt Materialität → corporeal materiality vor texuality (Schriftlichkeit) und Diskurs, welche die queer feminist studies in den 90er Jahren dominieren → sich in den Körper investieren (3)

Baitz unterstreicht die Wichtigkeit kohärenter verkörperter Materialität (James 2020:11). LaMonda H. Stallings spricht dagegen von illusive flesh

  • LaMonda H. Stallings (4)
    spricht in ihrer Studie zu schwarz-feministischer Trans-Ästhetik, von der «centrality of the metaphysical to Black concepts and experiences of gender»: illusive flesh
  • Illusive flesh ist der philosophische Kontrapunkt zu Embodiment: „forms of life an being that exceed the biological“, vgl. Yoruba-beeinflusste Spiritualität.
  • „illusive flesh as af form of metaphysical gender“
  • Oyèrónké Oyéwùmí (*1957, Nigeria, Afrikanistin, Genderforscherin, lebt und arbeitet in den USA)
    In The Invention of Women (1997) argumentiert Oyèrónké Oyéwùmí, dass die westliche Philosophie, anders als die Yoruba Philosophie, somazentrisch sei und den Körper als Basis der persönlichen und sozialen Identität begreife.
    Der Westen unterscheide zwischen Körper (legale und moralische Personen) und Fleisch (nicht-Menschen)
  • Illusive flesh → Funk poetics (Stalling)

Der Mangel an Konsens steht für die ausführlichen Debatten über die zentrale Wichtigkeit medizinischer Transition in den trans Wissenschaften und trans Aktivismus, mit dem Hinweis, dass «medical understandings of gender» für viele nicht-weisse, nicht-westliche Menschen sind «culturally inappopropriate» sei und weiter, dass vor allem weisse Menschen die finanziellen Mittel hätten, um…

Wichtig ist Intersektionalität
Eine weitere Ausnahme-Stimme
Willmer Broadnax (1916 Houston, Texas – 1992, US Gospelsänger)
sonic femininity (James 2020:12)


4
Gender and Technology
Hopes/fears of new technology vergl. mit virgin/whore dichotomy

«So while patriarchy evolves with advancing technologies, it also shapes how those advances proceed and how we think, feel, and interact with those advances.» (James 2020:13)
so wie Musik gemacht und wird sie gehört
Gender and algorithmic systems in Music
Gendered presentation = gendered appearance (James 2020:13)

  • Body’s anatomical sex, trans people werden der Irreführung bezichtigt
  • Allgorhythmen beurteilen das Benehmen (nicht mehr das Aussehen) – mit dem Aussehen das System übertölpeln, aber nicht mit dem Benimm, folglich ist das System noch restriktiver

Cyborg and cyber feminism (James 2020:14)
Laboria Cuboniks (Xenofeministisches Kollektiv ua. mit Helen Hester, Media- und Communications-Wissenschaftlerin, based in London) (5) betont die Entremdung (von der Natur?) des “new accelerationist-adjacent cyberfeminism “xenofeminism”. Auch Annie Goh (6) unterstreicht die problematischen Aspekte des Xenofeminismus, denn Cyborg und Cyberfeminismus seien dort stark, wo es darum geht das normative-weisse, cisheteromaskuline, able-bodied und anders privilegierte Verständnis von human mit anderen Vorstellungen zu besetzen. Entsprechende musikwissenschaftliche Untersuchungen in diesem Feld kommen von Nina Suns Eidsheim (Ph.D. in Musicology): (7) study of vocaloids:

  • Vocoder und Autotune brauchen die Stimme als Quelle, nicht so Vocaloids
  • Vocaloids werden trad. gendered repräsentiert
  • Vocaloids entsprechen den normativen Erwartungen
  • Computersoftware hat keinen wetware body
  • Vocaloids wetware bodies entsprechen der voice-to-body Korrespondenz

neue Ansätze (James 2020:15)

  • Arbeiten mit “poethical (material and decompositional)” content
    siehe Denise Ferreira da Silva (8) und neue Forschungen von Ashon T. Crawley (9) , Katherine McKittrick (*1970, academic, writer and editor) and Alexander Weheliye (10)
  • Mit Kunst das suprematistische, kapitalistische, koloniale System überwinden


5
Sexual assult and harassment

  • am Arbeitsplatz / der Weinsteineffekt
  • #MeToo mit Tendenz zu populärem Feminismus
  • grosses mediales Interesse, im Zentrum stehen Cis-Frauen
  • nur vorgeblich inklusive Sprache
  • verschleiert die Tatsachen, dass nicht-weisse Frauen dem grösseren Risiko ausgesetzt sind. zB bleibt R. Kelly 20 Jahre unbehelligt, weil seine Opfer schwarze Mädchen sind. (James 2020:16)

was ist mit Musik von z.B Michael Jackson (James 2020:17)
Es bleibe ein “uncomfortable place” (Ann Powers: “Before and After: What it’s Like Listening to Michael Jackson Now.”(11) ), denn die Täter sind ihrerseits Opfer rassistisch motivierter Medienkampagnen gegen sie,
verbindliche Auflagen in Clubs “how to party without assaulting or harassing women or non-binary people” (James 2020:18)

 


230329 ZOOM A
Robin James bezieht sich nicht auf Rollenkonzepte
es geht ihr um die Fähigkeiten und Potentiale der Frauen in diesem Feld
interessant: citational feminism

 

 

 

084 Log 230304 fem.Musikwissenschaften

Jennifer Walshe
arbeitet mit neuesten digi Tools, KI, Netzwerke, MaschinLearning
Fem. inbegriffen, (nur) Ehrensache
vgl. 119 Log 230619 Jennifer Walshe

Symposium: Musikwissenschaft – Feminismus – Kritik
Universität Paderborn und Hochschule für Musik Detmold
Die Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung findet vom 23. bis 26. September 2019 an der Universität Paderborn und der Hochschule für Musik Detmold statt. Die Hauptsymposien der Tagung orientieren sich an den Forschungsschwerpunkten des Instituts: […] „Musikwissenschaft – Feminismus – Kritik. Ein Generationenaustausch zum 25. Jubiläum der Fachgruppe Frauen- und Genderstudien“ (Leitung: Dr. Cornelia Bartsch, Sarah Schauberger, M.A.).

Ute Gerhard (*1939, Soziologin)
Feministische Rechtskritik und androzentrische Rechtsgeschichte
30` weiter

Eva Rieger (*1940 deutsche Musikwissenschaftlerin, Fokus: Sozialgeschichte der Frau in der Musik, musikwissenschaftl. Genderforschung)
Vortrag
Internationaler Arbeitskreis Frau und Musik e. V.
7. November 2019, Frankfurt

Robin James (*1978 writer, editor, philosopher, music scholar):
The conjectural body : gender, race, and the philosophy of music, Lanham, Md. : Lexington Books,  2010.
«On popular music in postcolonial theory — Conjectural histories, conjectural harmonies : on political and musical «nature» in Rousseau’s early writings — Conjecture and the impossible opera : from the thought specular to the society of the spectacle — «Smells like booty» : pop music and the logic of abjection — «My foot feels the need for rhythm» : Nietzsche and the feminized popular» (zit. n. Internet Archive)

«Grounded in continental philosophy, The Conjectural Body: Gender, Race, and the Philosophy of Music uses feminist, critical race, and postcolonial theories to examine music, race, and gender as discourses that emerge and evolve with one another.. In the first section, author Robin James asks why philosophers commonly use music to explain embodied social identity and inequality. She looks at late twentieth-century postcolonial theory, Rousseau’s early musical writings, and Kristeva’s reading of Mozart and Schoenberg to develop a theory of the conjectural body, arguing that this is the notion of embodiment that informs Western conceptions of raced, gendered, and resonating bodies. The second section addresses the ways in which norms about human bodily difference-such as gender and race-continue to ground serious and popular hierarchies well after twentieth and twenty-first century art and philosophy have deconstructed this binary. Reading Adorno’s work on popular music through Irigaray’s critique of commodification, James establishes and explains the feminization of popular music. She then locates this notion of the feminized popular in Nietzsche, and argues that he critiques Wagner by making an argument for the positive aesthetic (and epistemological) value of feminized popular music, such as Bizet and Italian opera. Following from Nietzsche, she argues that feminists ought and need to take the popular seriously, both as a domain of artistic and scholarly inquiry as well as a site of legitimate activism. The book concludes with an analysis of philosophy’s continued hostility toward feminism, real-life women, and popular culture. While the study of gender, race, and popular culture has become a fixture in many areas of the academy, philosophy and musicology continue to resist attempts to take these objects as objects of serious academic study.»
(zit. n. amazon)