167 240516 wwwebdesign

Treffen mit RB, Webdesign, radiocity

Landing Page → Proprotionen

  • Balken soweit wie mögl. aus Bild
  • 2 Typo nicht mehr
  • Grössen Titel ≠ Problem

Kategorien (re)

  • Zeilenumbruch ≠ Problem

232 Log 250703
OCFL-Report, BLOM, ePub etc.

250703 Treffen mit Tabea Lurk, Mediathek, FHNW, Basel
www.thevoiceandthemachine.com
– gilt als kuratierte Daten
– Metadaten auch durch Kontext
– in einem Repository «zerbricht» die Webseite
– Archiv-Kapsel, Clusterobjekt generieren
– ePub as add-on
– Versionierungen
– geschlossene Werke zusätzlich auf spezifischen Plattformen publizieren: eigener Vimeo-Kanal, Perf.Plattform, e-PubCollection
– Hochschulen machen kein Hosting
– OCFL-Report, Archiv-Kapsel, ePub, Webrecording
– account erstellen


aus dem Mail von Tabea Lurk
250703 (→ Archiv)
Begriffserklärungen und Anwendungen

Kacheln
Projekteinstieg und Möglichkeit, Links zu kuratieren
Aufgezeichnete Websiten

OCFL-Kurzbericht / Report
–        Oxford Common File Layout
–        ZIP format, das normiert ablegt, archivkonform
–        Änderungen wurden in den internat. standard aufgenommen
Zenodo
– disziplinübergreifendes Repository
– das auch Forschungsdaten als Datentyp unterstützt
– vom CERN betrieben wird und vom SNF anerkannt wird
BLOM
–        Binary Large Objekt
–        kann normalerweise nicht angucken werden
–        z. B. eine Datenbank, die nur eine Datei ist aber keine Suchoberfläche hat etc. oder eine virtuelle Maschine (= datei), die ein altes computersystem simuliert bzw. virtualisiert und in dem laufen dann die Programme. Aber wenn man keinen Player für die VM hat, kann man nicht direkt drauf zugreifen…
ePub
–        interaktivere Form von PDF
–        die medien auch multimedia besser aufnehmen kann als PDF
–        dadurch aber schwer wird und lang braucht, bis es geladen wird.
–        Voraussetzung: Player-App / Kindl, um ePubs zu lesen.
–        keine community für die Online-Präsentation, daher gibt es limits

 

231 Log 241204-250603
Forschungsfenster V_Feedbacks

  • Kommentare 250331Muda
    Lass andere sagen, was künstl. Foschungs ist und was nicht
    → Selbstzensur…
    Wann hast du aufgegeben gegen Scoring zu sein?
    → Gar nichtAndrea
    Scoring, steht das für Score schreiben/aufzeichnen oder steht es für die Umsetzung des Scores?
  • score erstellen oder umsetzen?
  • Score = Aufzeichnung, Verschriftlichung
  • Scoring = Umsetzung
    → so geht das nicht, sowohl das eine wie das andereC
    Raum wechseln für Perf.
    Die Scores zeigen und nicht herumreichen, wird unruhig
    viel Arbeit, grosses Programm – abgespult
    Perf. von [ort] – mehr auf den Punkt, warum?

 


Feedback CC
Perf

  • Frage: Vortrag und Perf in verschiedenen Räumen?
  • Vortrag war lang (1Stunde)
  • mehr Bewegung! Leute nicht sitzen lassen für Perf, das war grundsätzlich nicht ideal, wie vor einer Bühne zu sitzen
  • Eine grundsätzliche Frage, die geht Perf mit dem Raum um?
  • Bestuhlung – eher nicht. Am Boden sitzen und in der Nähe sein (wie Luzern)
  • Frage ist eher der Übergang vom einen ins andere

Vortrag / Scores:

  • Gut, mit dem Material zu beginnen, dass alle sitzen weniger, alle um den Tisch versammeln
  • näher den Scores, die Scores herumreichen war nicht ideal
  • Wenn etwas auf einem Tisch präsentiert wird, wie wird das gezeigt?
  • Mit den wenigen Leuten um den Tisch herumzustehen wäre sehr wohl möglich gewesen

Schluss:

  • War gut, am Schluss die theoretischen Seiten vertiefen

Was ist ein Log?

  • Das wurde nicht gut erklärt, darum auch die Frage von Andrea
  • Die Logs sind wichtig – auch dazu könnte man Material mitbringen…
  • Der Zettelkasten wurde nicht gut erklärt
  • Liste als Struktur

zu privat?

  • Nein es war interessant
  • Alle etwas näher rücken?
  • Es war kaum lesbar, was gebeamt wurde
  • Zusammenfassungen waren wichtig, gut
  • Abkürzen mit den Beispielen

Rolle als Talkmasterin

  • interessant
  • lebendig
  • viel, aber ok

geschwätzig?
Nein, war es nicht

Perfs im Vergleich I-IV

  • nicht ganz konzentriert
  • Problem der Müdigkeit?
  • abgekürzte Version?
  • wichtig, dass das Gedicht vollständig ausgelegt wird, das ist wichtig!
  • Wellrock war diesbezüglich nicht konsequent und Basel auch nicht
  • Singen: wie sieht das Werkstück als Körper aus?
    wieviel Bewegung kommt dazu, Tanz, singen, POP
    in Basel besser als im Wellrock.
    Singen = das Werkstück in mir singt
    Werkstückt → zur Körperlichkeit finden

Was wurde nachher beim Essen besprochen?

  • Muda, es ist dein Ding, ob du es künstl. Forschung nennst oder nicht, es steht in deiner Macht. Sich nicht sich selbst draus halten, um der Kritik auszuweichen. Künstl. Forschung sucht Konsolidierung, was dazugehört und was nicht, nichts ist unumstösslich, sakrosankt
  • Andrea: scoring heisst einen Score machen oder einen Score ausführen?

250504 Feedback Andrea

  • Was bleibt
  • Zum Vortrag
  • Zur Perf
  • Zshang Perf_Lecture

nicht vergessen: Problem der Anonymisierung
Frage wie Namen im Logbuch auftauchen
AS, A, Andrea, Andrea S

Feedback Andrea

  • mit der Webseite verweilen – gut
  • Perf als Doku – live-Doku

Gertrude Stein:

Elke Erb

  • Sängerin kann dabei sein
  • obwohl ihr Interesse der Entstehung der Sounds gilt
  • Sängerin gelassen & lässig, bedeutend
  • Erinnerung an Giswil (Song)
  • der Körper schwingt mit (angenehm)

Nancy

  • geht in die Geräusche
  • auch im Gesicht
  • Nancy liegt darunter
  • liegt allem zum Grund
  • macht den Mund auf
  • und jetzt geht er weiter auf
  • Nancy hält die Fassade: Mischung v. reden und Gesicht

Christl

  • mit Fantasie begabt
  • deshalb muss nichts ausgeführt werden
  • es ist immer alles schon da
  • vertrauensvoll als Kuratorin
  • Wertschätzung des Prozesses

zB also die Produktionsseite und nicht das Werk
Zusammenhang Lecture-Perf

  • 2 Teile
  • Perf wird auch Teil der Webseite
  • wo ist das Tonband?
  • Txt → Linearität
  • Sprung?

 


Feedback Chris
Vortrag

  • freier, performativ, sich bewegen
  • heitere Bewegung
  • Freiheit im Forschungsfeld als Künstlerin
    eigene Forschung zu interpretieren
    auch räumlich
    spielerisch

Vgl. Cs Erfahrung als Kuratorin im Kasko

  • Helga Broll
  • wann Kasko überhandnimmt, sich reingepresst fühlen
  • Ambivalenz
  • „Theorieachsen“ – Ute Holl schafft den ganzen Diskurs, als Grundlage – Diskurs ist Echo, Diskurs im Hintergrund, versiert, die eigenen Grenzen kennen
  • Erfahrung und Gelassenheit
  • Diverse Interessensgebiete, wissenschaftskritische Arbeit
  • Melancholie der Ausdünnung des Wissensfeldes
  • Verdinglichung ← → Leben

Fazit: kleine Melancholie der Ausdehnung des Wissensfeldes

Perf
aus dem was sich so zuträgt
Elke Erb

  • Schub(?) mit der Vorlage von EE mit KI
  • eigenes Schreiben ausprobieren

Durban

  • Künstlerinnen Buch
  • eine Liste von Eigenschaften & Verfahrensweisen
  •  Merkzeichen Komplex: Künstlerin als Textform(?)

Fazit: Crossmapping, zwei verschiedene Felder zusammenzuführen

 


Fotos und Videos im Archiv

222 Log Interview Maggie Nicols

under construction

222 Log Interview zu Lily Greenham

under construction

225 Log 250407–250710
Open Research Data & Forschungsdatenmanagement

Kurzschulungsmodulreihe zu Open Research Data & Forschungsdatenmanagement
Unterlagen zu den Präsentationen unter
225 ORD und DMP
– 250407 ODR_Prinzipien und Praktiken
– 250430 Datenmanagementplan DMP
– 250522 Organisation und Dokumentation
– 250605 Repositorien


07.04.2025 Prinzipien &Praktiken
– Open Science
– FAIR Prinzipien (findable, accessible, interoperabile, reusable)
– Repositorien
– Lizenzen
– Rechtliches
– Metadaten: technische und deskriptive
→ Swissguide, Open Metadaten Generator
– DMP
speichern eines pdf A


30.04.2025 Data Management Plan (DMP)
Unterlagen der ZOOM-Präsentation im Archiv

  1. was ist ein DMP?
    – was sind Forschungsdaten
    – es gibt keine Def. von Forschungsdaten
    – Nachvollziehbarkeit
    – Datenzyklus
  2. Bestandteile eine DMP
    – Datenerhebung und Dokumentation
    – ethische, rechtliche und Sicherheitsfragen
    – Datenspeicherung und Erhalt
    – Austausch und Zugänglichkeit

22.05.2025 Organisation und Dokumentation
Unterlagen der ZOOM-Präsentation im Archiv


250506
Coaching by Datastewardessen
Baumgartner Luise
Ambord Nora Christa

SNF
– Standarts und Empfehlungen und Erwartungen
– welche Daten gehören dazu → Relevanz

Grundprinzip

  • Daten mitliefern
  • in eigener Verantwortung: was sind Forschungsdaten
  • Auswahl treffen
  • viel Material anhäufen
  • repräsentatives Material

Langzeitarchivierbarkeit

  • Pdf A
  • Repositorien: Langzeitarchivierung, Wartung, Hosting

SNF

  • Webseite wird nicht als Publikationsform der Daten akzeptiert

Interviews

  • wie werden sie publiziert?
  • transkribiert?

Anonymisierung nur, wenn es auch tatsächlich anonym bleibt

  • zB wäre es ein Einfaches herauszufinden, wer als Daten-Steward(essen) mit mir zu tun hatte

3 Punkte

  1. öffentliche Forschung: Öffentlichkeit hat Anrecht an den Daten (das soll keine Schikane sein)
  2. Empfehlung: nicht versuchen, als www akzeptiert zu sein
    es braucht keine Verdoppelung
    alles ablegen und archivieren
    Langzeitarchivierbarkeit
    schlanke Auswahl
  3. Webseite ist organisch

Repositorien
= doi
= Links
https://video.alexanderstreet.com/channel/academic-video-online?q=Woody%20allen&sort=relevance
https://www.dariah.ch/web-services
https://www.epfl.ch/campus/library/wp-content/uploads/2019/09/EPFL_Library_RDM_FastGuide_All.pdf
https://www.dasch.swiss/


250605
Repositorien im Kontext von ODR
Unterlagen der ZOOM-Präsentation im Archiv

  • Metadaten sind wichtig, was sind metadaten?
    was, wer, wie
  • Qualitätskriterien bez. Repositorien des SNF
  • doi-Adresse ist entscheidend
  • Eingabemaske
  • Emfehlung der BfH bez. Repositorien?
  • SwissUBase ist sehr populär…

 

224 Log 250324 

250310 Froschaugasse
Tobias Gerber zu www.thevoiceandthemachine.com

was wird gemacht und warum?
Einladung einzelne Einträge zu lesen
Überraschungspotential

Leerstellen
– das Thema von www.thevoiceandthemachine.com verliert sich
– unterminiert, aus was sie sich bezieht
– Bezug zu Aufschfreibesysteme ist zuwenig präsent
– weitereVerweisebene, die die Anbindung an das Thema stärkt?
– gut ist es ist keine Hypertextorgie
– unterschiedliche Materialien
– lose Enden

die Plattform als Materialsammlung
– diesen Aspekt durch Einträge im Sinne eines Kommentars im zeitlichen Abstand verdeutlichen
– Logs im Lauf der Zeit kommentieren
– im Sinne der Überarbeitung, des Weiterarbeitens
– mit der Frage, welche persönliche Bedeutung die Einträge haben
– kommentieren, aber nicht verlinken, weil Links von der Seite wegführen

Performances im Rahmen des Forschungsprojekts
– das kommt nur nach und nach zu Tage
– das sollte hervorgehoben werden

Profil
– es wäre hilfreich das Profil der Verfasserin studieren zu können
– zB die eigene www.doch.ch
– braucht einen prominenteren Platz
– die Methodik wird begreiflicher, wenn man versteht, wer so vorgeht
– persönliche Vorgehnsweise zB die Fotos von den Forschungsorten /Performances als Teil des Forschungsprojekts würden sich besser erschliessen, denn dort wuchert es
– zB Audioscoring der Ultra-Lettristen, das fehlt, unbedingt uploaden, das ist es, das ist die Forschung

Übersicht / Überblick
– keine endlos lange Texte
– gut

Rahmen/Führung
Einführung und Kurztexte müssen ineinandergreifen, bzw übereinstimmen
zB sind es nun musiktheoretische Reflexionen oder Konstellationen?
Fotos, welchen Status beanspruchen sie?
einerseits wuchernd, andererseits öffnen sie den Raum, als frei flottierendes Element toll

Korr
zB Log 012: sind das Zitate? es muss nicht proper sein.
Aber wenn jemand das Material brauchen will, dann halt doch:
was ist paraphrasiert, was ist abgeschrieben?
Leere Stimme in der Einführung und Kurztext zu Kapitel stimmen nicht überein
Bezüge müssen geschlossen sein, ineinandergreifen.
zB Log 174 Eichenberger, was ist mit 2021:51 gemeint
Bibliographie fehlt zum Schluss der Eintragung oder in der Spalte

markieren der Arbeiten die fertiggestellt sind

 

 

223 Log 250315 Forschungsfenster V

Scores Hespos, Scherchen ergänzen

Einladung
Forschungsfenster Dorothea Schürch | SO 30.3.25 | 18 Uhr | VIA Basel

DOROTHEA SCHÜRCH
FORSCHUNGSFENSTER «SCORE-DENKEN»
Sonntag, 30.3.2025 um 18 Uhr

VIA Studio
Amerbachstrasse 55a, 4057 Basel
Google Maps

I.  Score-Denken: Notationen, schreiben, aufschreiben, zuschreiben, überschreiben, anschreiben ­– eine Auswahl aus den Logbüchern
II.  Präsentation der Datenbank: www.thevoiceandthemachine.com
III.  Kommentieren als Performance:
nach Elke Erb: Es setzt auf mich 2004

Was mit einem ersten Forschungsfenster im Kasko Basel 2016 begonnen hat, findet nun im VIA Studio seine Fortsetzung.
Wir freuen uns auf euch!
Chris Regn und Andrea Saemann

Dorothea Schürch, Aus dem was sich so zuträgt I, Foto © Cornelia Cottiati
〈ort〉 Emmenbrücke, April 24

Dorothea Schürch macht nach den Forschungsfenstern «Leere Stimmen», «L’Anticoncept», «Membran» und «Wunderblöcke» unter dem Titel «Score-Denken» ihre Arbeit in Archiven und mit dem eigenen Archiv zum Thema: das Schreiben und Weiterschreiben ihrer Logbücher Forschungstagebücher), die mittlerweile in einer Online Datenbank gefasst wurden und zugänglich sind. Mit dem Titel Score-Denken bezieht sich Dorothea Schürch auf einen Workshop, den die IGNM gemeinsam mit OOR Salon und Irene Revell im März 2025 im Kunstraum Walcheturm Zürich durchgeführt hat. Mit dem Score-Denken erscheinen die herkömmlichen Aufzeichnungssysteme wie Notation und Recording in neuem Licht.

 


Erster Teil
Einführung

  • MUWI = Scores, Notationen, neu: graphic scores, text scores
  • Selbstverständnis als Musikerin → Notenlesen
  • Sorgen / Sorgfalt, wie diese Zeichen zu interpretieren und umzusetzten sind
  • Gilt auch für Performances Art: Wie werden Performance notiert?
  • Notation und Wiederaufführbarkeit: Performance als Premiere, als Premiere und Derniere, Notation als Grundlage für den Verkauf von Performances ua..
  • scoring oder making a score
  • → Frage: steht scoring sowohl für das Erstellen eines Scores, wie für dessen Umsetzung?
  • freie Improvisation in den 80ger Jahren → Verweigerung von Scores / Noten (vgl. Jazz/Real Book)
  • → Frage: wann hast du diese Haltung aufgegeben?
  • Score Denken wurde in der Ausschreibung des Workshops Diffraction Work verwendet. Der Workshop wurde von der IGNM Zürich in Zusammenarbeit mit OOR Saloon und Irene Redevell im Walcheturm in Zürich im März 25 durchgeführt.
  • «Score» dient als Stichwort zur Auswahl von sechs Logbücher der Datenbank
  • 6 der Eintragungen wurden für das Forschungsfenster V zusammengefasst

 


Präsentation der Scores
Cathy Berberian: Stripsody
Luciano Berio: Sequenza III
Earl Brown: Folio
John Cage: Song Book
Hans-Joachim Hespos:
Pauline Oliveros: Deep Listening
Joko Ono: Grapefruit
Tona Scherchen: Träne

  • Biographische Angaben
  • Catherine Berberian (1925 Massachusetts ­– 1983 in Rom) war eine US-amerikanische Sängerin (Mezzosopran) und avantgardistische Komponistin. Sie gilt als eine der vielseitigsten Sängerinnen der Geschichte.
  • Luciano Berio (1925 in Oneglia – 2003 in Rom) war ein italienischer Komponist, bekannt für seine experimentellen Kompositionen und als einer der Pioniere der elektronischen Musik.
  • Earl Brown (1926 Massachusetts – 2002 New York war ein US-amerikanischer Komponist, Mitglied der sogenannten New York School von Komponisten.
  • John Cage (1912 in Los Angeles –1992 in New York City), US-amerikanischer Komponist und Künstler.
  • Hans-Joachim Hespos (1938 ­–2022) war ein deutscher Komponist und Verleger seiner Werke.
  • Pauline Oliveros (1932 – 2016) war eine US-amerikanische Komponistin und Akkordeonistin.
  • Tona Scherchen, (*1938 Neuchâtel.), is one of the first composers who brought Chinese elements into European avant-garde art music.Tona Scherchen was born into a musical family in Neuchâtel. Her father was conductor Hermann Scherchen and her mother was composer Xiao Shuxian. She spent the first 12 years of her life in Europe, particularly in Switzerland. She arrived in China in 1950 with her mother and her older sister Féfé. In 1956, just a year before China fell into political chaos, she returned to Europe to be with her father in order to pursue further music education. Her teachers included György Ligeti and Hans Werner Henze.
    After the 1960s, Scherchen had become an active composer, titles of her music were frequently seen in contemporary music programmes. Her works were published by prominent publishers, and several articles on her as a composer can be found, although after some appearances in 1980s, she seemingly ceased to catch attention beyond her French circle.
  • Yoko Ono (*1933 Tokyo) ist eine japanisch-amerikanische Künstlerin, Filmemacherin, Experimentalkomponistin und Sängerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Fluxus-Bewegung, Ono Anfang der 1960er Jahre in Künstlerkreisen einen Namen gemacht und trat zunehmend als Friedens- und Menschenrechtsaktivistin auf.

Präsentation der Datenbank

  • Diese Datenbank entsteht im zusammen mit meinem Auftrag an der HKB im Institut Interpretation experimentelle Stimmen der 50ger bis 70ger Jahren zu erforschen, die zu dieser Zeit mit Tonband aufgezeichnet worden sind: Experimentelle Stimmen und Tonbandmaschinen.
  • Die Datenbank in dieser Form ist ein Experiment, das sich erst noch zu bewähren hat. Es ist ein Work in Progress. Sie verändert sich ständig: neue Einträge werden in neue Rubriken gefasst etc. etc.
  • Meine Forschungsfenster I-IV waren schwerpunktmäßig mit experimentellen Stimmen befasst. Es ging um „leere Stimmen,“ also um einen stimmphysiologischen Umgang mit Stimme jenseits der Sprache, um sogenannte vor- und nachsprachlichen Transformationsprozesse der Stimme. Stimmgebung vor der Artikulation und um nachsprachliche Lautlichkeit, in der sich die Bedeutung der Worte verliert trotz der sprachlichen Artikulation.
  • Im Rahmen des Forschungsprojekt bin ich nach Paris, nach San Francisco und nach London gereist, um in den entsprechenden Archiven nach diesen Stimmen zu suchen, um die Konzertorte oder Studios zu besuchen in den diese Stimmen performt und aufgezeichnet wurden. Auch eine Gelegenheit Interviews zu machen zur Geschichte der experimentellen Stimmen und der Entwicklung des Tonbands als Kompositionswerkzeug.
  • Reisetagebücher, Gespräche, Notizen zu Bücher und Publikationen – was immer ich geschrieben habe wurde als Logbuch-Eintrag nummeriert und datiert.
  • Vorstellen der einzelnen Rubriken der Seite

Logbuch-Auswahl
Stichwort SCORE DENKEN

219 Log 250221 Score-Denken
172 Log 240712 Saemann meets Schneemann_Jäger: ‚Aura’ und
141 Log 231001 Grüny: Scores zwischen Aufbruch und Normalisierung
129 Log 230912 Krämer_Aspekte einer philosophischen Theorie der Schrift
129 Log 230912 Assmann Schrift_Gedächtnis_Musik
081 Log 230220 Saidiya Hartman_Critical Fabulation_different bodies

ORD, alle können alles runterladen und verwenden
Alle Quellen überprüfen


Zusammenfassung der Eintragungen

129 Log 230912
Assmann Schrift_Gedächtnis_Musik


Jan und Aleida Assmann

Kulturelles Gedächtnis
Paradigmawechsel in den Kulturwissenschaften
zum kulturellen Gedächtnis gehören die in «teilweise jahrtausendelanger Wiederholung gehärteten» Texte, Bilder und Riten

Jan Assmann (1938–­2024)
Kultur- und Religionswissenschaftler, Ägyptologe
Schrift-Gedächtnis-Musik, 2020

Fokus: Begriff der funktionalen Schriften:
– Sprachzeichen als mnemotechnische Zeichen
– Eigennamen, Sach- und Zahlenwerte
– Besitz und Abgabeverhältnisse
– Schrift dient der Buchhaltung

– politische Repräsentation, Grabkultur, Kult (Assmann, 2020:54)
– Gültigkeit über die Todesgrenze hinaus (Assmann, 2020:55)
– Rezitation im Rahmen des Kults: die Toten werden unsterbliche Mitglieder der Götterwelt


129 Log 230912
Krämer_Aspekte einer philosophischen Theorie der Schrift


Sybille Krämer

Zu einigen Aspekten einer philosophischen Theorie der Schrift

Das was Schrift ist und leisten kann in 4 Geschichtspunkte geordnet
– Räumlichkeit
– das Graphische (Graphismus)
– das operative Potential
– Affinität von Schrift und Maschine (Komputer)

Fokus: Räumlichkeit
Worin liegt die Attraktivität der Schrift, der artifiziellen Flächigkeit?

  • Sonderraum eines zweidimensionalen Raumes, indem alles kontrollierbar wird
  • = Überblick, Vogelflugperspektive
  • In der Partitur nimmt die Musik einen operativen, überblickbaren Raum, es ist zu sehen, was gewesen ist und was kommen wird…
  • Überklang des Klangraums der leiblichen Dreidimensionalität in den Schauraum der artifiziellen Zweidimensionalität, diese Transformation bringt ein neues Potential
  • Schrift ist kreativ, weil man sie auf dem Papier herumschieben kann, umstellen, kopieren, zusammenfassen – abgesehen davon sind Zahlen erst durch die Schrift/Zeichen sichtbar
    = das Potential der Schrift

Es geht um Schriftkonfigurationen.

 


141 Log 231001
Grüny: Scores zwischen Aufbruch und Normalisierung

Christian Grüny:
Scores zwischen Aufbruch und Normalisierung

Fokus:
sprachbasierte Notationen, die von Karkoschka, nur stiefmütterlich behandelt werden. Es geht um die Partitur, als Instanz der präzisen Fixierung der Vielstimmingkeit.

künstlerische Präskriptionen / Scores bezieht

  • Unterschiedliche Konstellationen, die in die Notation eingetragen werden
  • Konstellationen von Konzeption, Interpretation und Rezeption
  • Stichworte: Interdisziplinarität, Heterogenität, Vermittlung, Komplexität

La Monte Young
Composition 1960 #7
to be held for a long time

Yoko Ono (Grapefruit)
Voice Piece for Soprano
scream
‹against the wind›
‹against the wall›
‹against the sky›

 


219 Log 250221 Score-Denken
Score Denken

Workshop «Diffraction Works – Score Workings»
by OOR Saloon in collaboration with Irene Revell
Sunday 2.3.2025 at Walcheturm Zürich
Fotos und Kommentar

 


Zweiter Teil
Performance
Aus dem was sich so zuträgt IV
nach Elke Erb

 


Fotos und Video im Archiv der Verfasserin

 

219 Log 250221 Score-Denken

Workshop «Diffraction Works – Score Workings»
by OOR Saloon in collaboration with Irene Revell
Sunday 2.3.2025 at Walcheturm Zürich

«Diffraction Works – Score Workings»
Ausschreibungstext:
The event focuses on cosmologies of non-separability, attentive and situated listening, joint improvisation, reading and discussion. The format thinks itself diffractive with and through the scores as relational propositions for embodied political negotiations, as temporally non-linear possibilities of gathering otherwise.

Diffraction Works – Score Workings_1
Diffraction Works – Score Workings_2
Diffraction Works – Score Workings_4
Diffraction Works – Score Workings_5
Diffraction Works – Score Workings_5b
Diffraction Works – Score Workings_6
Diffraction Works – Score Workings_7
Diffraction Works – Score Workings_8
Diffraction Works – Score Workings_9
Diffraction Works – Score Workings_10
Diffraction Works – Score Workings_11
Diffraction Works – Score Workings_13
Diffraction Works – Score Workings_14
Diffraction Works – Score Workings_15
Diffraction Works – Score Workings_16
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Irene Revell
Her recent focus has been on the curatorial challenges posed by text instruction scores and related live ephemera, developing the workshop as a curatorial format amidst the wider notion of the embodied curator. She is interested in the development of such curatorial formats that may be iterative, extra-institutional, and of modest scale in terms of labour and other resources, she continues to research the use of text instruction in contemporary practices.
(zit n. Royal College of Art: Irene Revell und OOR Workshop)
weiterführende Links:
Her Noise Archive
Preemtive Listening

Alison Knowles und Annea Lockwood:
Score-Magazin-Projekt «Womens Work» (1975-8)
In 2019 with Primary Information Irene Revell republished Womens Work (eds. Alison Knowles & Annea Lockwood, 1975-8)
Irene Revell und Sarah Shin: Bodies of Sound: Becoming a Feminist Ear (Silver  Press, 2024)


Ausschreibung (Auszug)
How to hold attention collectively for a tiny moment in space-time?
Wie können wir gemeinsame Aufmerksamkeit für winzige Momente bündeln?
Score als temporäre Vereinbarung
niemals eine Einigung, sondern eine Einladung
Schmerz, Unbehagen, Unsicherheit, Missverständnisse werden angesprochen bevor sie auftauchen
ein vereinbarter gemeinsamer Erfahrungsraum

«Score-Denken»
politischen Ästhetik des Textscores
queer-feministisches und dekoloniales Zuhören
Behindertengerechtigkeit und erweiterte Formen der Praxis
Bsp: spekulative feministische Geschichten der Performance-Partitur
Textinstruktions-Arbeiten, vgl. Pauline Oliveros in den frühen 1970er Jahren
Form(en) von Text Scores und ihre Geschichtlichkeit stehen im Vordergrund


250303
Zusammenfassung und weiterführende Kommentare

situatives Hören ←→ analytisches Hören
Vgl. Recorder (Oliveros)
das Mikrophon (die Aufzeichnung) fokussiert nicht
während unser Hören störende Geräusche ausblendet (zB Flugzeuggeräusche)
weghören/wegschneiden/filtern

Musik
Diffraction: es geht nicht um Musik, sondern um geteilte Aufmerksamkeit für WINZIGE Momente
Partitur reduziert auf das Wesentliche
Video/Tape zeichnen ALLES auf
Fokus – stellt sich nachträglich, was ist wichtig?

der Score wird vorgetragen
um den Score auszuführen wird der Score vorgelesen
der Score, ungleich einer Partitur, kann nicht gleichzeitig gelesen und aufgeführt werden
der Score wird vorgetragen
wie spricht man zu 40 Leuten?
Versammlung vor dem Walcheturm unter der grossen Platane
in einem Kreis stehen
geschlossene Augen
eine Predigerin, die keine sein will und die sich unverhofft in dieser Rolle findet
liest vor
ausgestellt sein

Besucher/Zuhörer
Versch. Besuchende (IGNMVorsitzender(?), Mitveranstalter IGNM, Kurator Walcheturm)
Zuschauen/Besuch/Public werden ignoriert
eigentlich gibt es kein «aussen», es wird nichts geprobt, es sind keine Proben, weil es auch keine Aufführung gibt.
Bzw. keine Aufführung für ein Publ.
es geht ums Machen
merkwürdig unangenehm der Besuch
wird ignoriert
ansonsten wurde alles bedacht: auch eine Ruhezone
Unbeteiligter EH sitzt auf einem Stuhl
Was-ist-los?
der Score wird ausgesprochen leise vorgelesen, suggestiv, zart, empathisch
demonstrativ fein?
Müssten Scores auswendig gelernt werden, damit sie umgesetzt werden können?

Was ist mit den Zeitangaben?
nirgends eine Uhr
1 Minute, 2 Minuten, nur approximativ oder nicht?

auch drinnen sind die Score-Stimmen leise und weich
einschläfernd

Score
…einen Gegenstand in der Nähe in die Hand nehmen
seine Textur, sein Gewicht – was jetzt?
Textur oder Gewicht?
auch vor dem Walcheturm:
sich verbinden mit Tieren, Gräsern, Himmel
mit allen was (nicht?) da ist
oder liebhaben oder nicht lieb
sich verbinden – unverbindlich.
Warum nicht mit den Würmern?
Was kreucht und fleucht unter den Füssen
Vor lauter Auswahl keine Bestimmung, keine Ausrichtung
offen lassen zu offen lassend
im Sternzeichen der Ambivalenz
des Niemanden-mit-einem- Vorschlag einschränken

Space oder Raum oder Möbelierung
Die Räume bequem eingerichtet
eine Ecke um zu chillen, um sich zurückzuziehen
diese Vorsicht kippt zu einem Anzeichen könnte etwas hereinbrechen
Unwohlsein, Überforderung, ein langer Tag
wohlbedacht vieles vorwegnehmen und damit aber auch anwesend machen

Schluss
…dass alle vorbehaltslos mitgemacht hätten
da wäre keine Zurückhaltung spürbar gewesen, wie sonst oft
dass jemand, oft, öfters einzelne…hier, nein
well, es sind viele Leute und die einzelne Zurückhaltung zurückhaltend..

Fachjargon
Kein Fachjargon: decrescendo, pitch, was ist ein pitch?, ein Sound, Ton, Intervall, Puls, Rhythmus, keine musikspezifischen Begriffe herbeiziehen, um eine Partitur zu erklären. S’wird zwangsläufig langfädig, weil alles muss umschrieben werden. «Ich spiele nicht Klavier» they sitzen und drücken die Tasten. Nicht nur spielt they nicht Klavier (und tut es doch), they hört auch nicht was they spielen, damit beschäftigt die Töne zu drücken.
Es soll vermieden werden, dass jemand eine Erklärung braucht: was ist ein decrescendo? Anstatt einzuladen, dass die Leute hörend verstehen, was gemeint ist.

Scoring
Scoring ist allen zugänglich, keine Vorkenntnisse
im Workshop nennen sich die Vortragenden/facilitator
das hingehend ein Begriff der meine Alarmglocken läuten lässt.
Wie auch immer.
Lesend sind die Scores schwellenlos zugänglich
in der Aufführung gibt es doch wieder Dirigat, Zeigen und Zeichen und einige wenige die sich richtig freuen draufzuhauen.

216 Log 250116 Werner Klüppelholz
Sprache als Musik

Werner Klüppelholz: Sprache als Musik. Studien zur Vokalkomposition bei Karlheinz Stockhausen, Hans G Helms, Mauricio Kagel, Dieter Schnebel und György Ligeti. Dissertation, Universität zu Köln 1976. 2. Auflage. Pfau, Saarbrücken 1995.

I
Einleitung 

1. „Musik und Sprache“ – zur Methodik (Klüppelholz 1995:1)
Weitgefasster Begriff von Sprache

Gerold Ungeheuer (1930–1982, deutscher Phonetiker, Kommunikations- und Sprachwissenschaftler): (1)
– Kommunnikationsprozess
– Gesamtheit der kommunikativen Mittel

Iván Fónagy (1920–2005 ungarischer Philologe und Linguist): «Die Eigenart des sprachlichen Zeichens. Bemerkungen zu einer alten Streitfrage», in: Lingua 6, 1956, S. 67:
– Polyphonie der Sprache

Nikolai Sergejewitsch Trubetuzkoy (1890–1938, russischer Linguist und Ethnologe) zit. n. Georg Heike (1933–2023, deutscher Komponist, Linguist): Sprachliche Kommunikation und linguistischen Analyse,  Heidelberg, 1969, S.9)
– drei Ebenen: wer spricht, was gesprochen wird, der Tonfall des Gesprochenen

Meier-Eppler (1913–1960)
deutscher Phonetiker, Physiker, Informationstheoretiker
– diagnostische, expressive semantische Sphären der Sprache

zit. n. Heike (1969:9)

Gemeinsamkeit von Sprache und Musik (Klüppelholz 1995:2)

Peter Hartmann (1923–1984, deutscher Sprachwissneschaftler)
– Klang, Zeitablauf, Systemcharakter (Peter Hartmann: Syntax und Grammatik, Assen, 1964, S.58)

Robert de Souza (1864–1946, Poète symboliste): «De la voix parlée à la voix chantée»,  in: Revue Musicale, 13. Jg.
– man singt im Sprechen und spricht im Singen (Souza 1923:283)

Nicolas Ruwet (1932–2001, französischer Linguist)
Nicolas Ruwet: «Fonction de la parole dans la musique vocal» in: Langage, Musique, Poésie, Paris , 1972
– bei der Übertragung in Musik gehen Strukturmerkmale verloren (Ruwet 1972a:56)

Getrennt durch Bedeutung
Dichotomie von Klang und Bedeutung (Klüppelholz 1995:3)

Vokalmusik oder Sprachkomposition
Auswahlkriterium der Werke (Klüppelholz 1995:4)

  • keine Klangfarbenkomp (Nono, Lutoslawski)
  • keine Buchstabenreihungen (Penderecki)
  • keine Textvertonungen

Karlheinz Stockhausen (1928–2007): Gesang der Jünglinge (1955–56)
Hans G Helms (1932–2012): Fa:m Ahniesgwow (1959)
Maurizio Kagel (1931–2008): Anagrama (1957–58)
Dieter Schnebel (1930–2010): Glossolalie (1960–65)
György Ligeti (1923–2006): Aventures (1962–63)
Luciano Berio (1923–2005): Sequenza III (fehlt – bereits vielfach analysiert)

2. Veränderungen in der neueren Vokalmusik (Klüppelholz 1995:5)
Romantisches Lied = deklamatorisches Prinzip
Vertonung (Klüppelholz 1995:6)
Summen, bocca chiusa Techniken (Klüppelholz 1995:7) siehe:
– Walter Wiora (2) : «Jubilare sine verbis», in: Memoriam Jaques Handschin, ed. H. Anglès et . al. Strassburg, 1962, S. 55
– Hector Berlioz (1803–1869): Grosse Instumenationslehre, 1843, S.217

Meilensteine d. Vokalkomposition:
Claude Debussy: Sirènes (Trois Nocturnes, 3. Satz, 1900), Pierre Boulez (1925–2006): Le marteau sans maître (1952–1955), John Cage: She’s asleep, Gustav Mahler: Lied von der Erde, Webern, Wagner, Schönberg, Milhaud: Les Choéphores, Alban Berg: Lulu

2.1 Wagners Theorie der Vokalmusik und ihre Anwendung in „Tristan und Isolde“
Wagner glaubt in einer Rückentwicklung der Sprache die verlorene Ganzheit von Gefühl und Verstand zu finden.
Das Sein der Sprache soll hörbar werden (Klüppelholz 1995:10)
Wagner als Sprach-Musik-Alchemist (Klüppelholz 1995:11)
Mit der Bildung von Sprachwurzeln aus Vokalen und Konsonanten sucht Wagner nach charakteristischen Verbindungen → Wagner als Psychophonetiker (Klüppelholz 1995:13)
Wagner spricht von der «Urverwandtschaft alle Töne» GS/250
Versmelodie in Anlehnung an den natürlichen Sprachverlauf
(Klüppelholz 1995:16)
in der Versmelodie treffen sich Sprache und Musik
Versmeldodie und Orchestermelodie verschmelzen
Wagner versteht, «dass Sprache in allen ihren Dimensionen, der semantischen, syntaktischen und lautlichen , komponierbar ist und mit allen musiklaischen Parametern in Beziehung treten kann.
(Klüppelholz 1995:25)

2.2 Der Sprechgesang in Schönbergs „Pierrot Lunaire“
Sprechgesang wurde vom dt. Komponisten Engelbert Humperdinck (1854–1921) eingeführt und von Arnold Schönberg (1874–1951) in „Pierrot Lunaire“ 1912 aufgegriffen (Klüppelholz 1995:25)
– Kritik am Belcanto (Klüppelholz 1995:27)
– bessere Verständlichkeit des Textes
– trotzdem bei weitem kein alltägliches Sprechen, Stichwort: Verfremdung (Klüppelholz 1995:28)
– ironisch-satirisch, «schein-theatralisch», so Pierre Boulez in: «Poésie– centre et absence – musique» in: Melos 38, 1963, S. 40)
(Klüppelholz 1995:30)

– Ausführbarkeit bezüglich Tonhöhen ist ein grosses Problem, nicht aber die «Bewegungsrichtung der Sprechtonschritte» (vgl. W. Heinitz: «Die Sprechbewegungen in Arnold Schönbergs Pierrot Lunaire», in Vox, Mitteilungen aus dem ohonetischen Institut der Univeristät Hamburg, 1925/26)
– Akzentmelodie (Klüppelholz 1995:32)
– Schönberg geht über Wagner hinaus: «Indem Schönberg die Glissandi des sprachlichen Tonhöhenverlaufs nachbildet, entzieht er damit die Vokalmuik der bis dahin gültigen tonalen Stufenordnung und hebt die «Instrumentalisierung» der Stimme auf.» (Klüppelholz 1995:34)
– Damit ist Schönberg ein Vorläufer des reinen Sprechens in der Vokalmusik
– «Ein wesentlicher Moment des Sprechgesangs ist die Einbeziehung der Konsonanten in die kompositorische Struktur. Sie vermitteln weit mehr zwischen Sprache und Musik als die Vokale» (Helms 1964:141)
– Aufwertung der Konsonanten (Klüppelholz 1995:35)

2.3 Zur Funktion des Textes in Boulez‘ „Le marteau sans maître“ (1953-1955)
Luigi Nono (1924–1990): il Canto sospeso (1956)
Luciano Berio (1923–2005): Circles (1960), nach Gedichten des amerikanischen Dichters E. E. Cummings (1894_1962)
Roman Haubenstock-Ramati (1919–1994): Credentials or think, think, Lucky (1960), Text v. Samuel Beckett
Pierre Boulez (1925–2016): Le marteau sans maître

markieret eine Grenze:
– «textfeindliche Verfahren (Klüppelholz 1995:36)
– Missverstehen des Textes
– Zerdehnung und Zerstückung (Klüppelholz 1995:37)
– die Gedichte von René Char als Ausgangsmaterial von Le marteau sans maître weisen selbst nur Spuren eines semantischen Inhalts auf (Klüppelholz 1995:37)
– Der Text wird zum Formengenerator (Klüppelholz 1995:39)
– zwar verzichtet die serielle Musik auf die traditionelle Formprizipien, was sie aber mit «zäsurierender Verwendung der Sprache kompensiert» (Klüppelholz 1995:39)

 

II
Kategorien und Beispiele


1. Sprache und elektronische Musik
Karlheinz Stockhausen: Gesang der Jünglinge (1955–56)

1.1 Vorgeschichte
Uraufführung am 30.5.1956, Kölner Funkhaus
Produktion: Gottfried Michael Koenig (1926–2021) deutscher Komponist, Mitarbeiter im Studios für Elektronische Musik in Köln, Mitarbeit/Produktion von Gesang der Jünglinge
Produktionsdauer: ca. 6 Monate
der Plan einer elektronischen Messe wurde von den Kirchenbehören vereitelt (Klüppelholz 1995:42)
Herbert Eimert (1897–1972, deutscher Komponist und Musiktheoretiker, Begründer des Studios für elektronische Musik des NWDR in Köln): «Zur musikalischen Situation», Techn.Hausmitteliung des NWR, Sonderheft Elektronische Musik, 1954, S 44): zu Elektronische Klangerzeugung, Voder und Vocoder (Klüppelholz 1995:43)

Webseite Stockhausenspace: Gesang der Jünglinge
Deutschlandfunk:Gesang der Jünglinge
John Smalley, 2000: Gesang der Jünglinge, History and Analysis, 2000

Stockhausen studiert bei Meyer-Eppler Phonetik (Begründer des elektronischen Musik und Kommunikationsforschung) (Klüppelholz 1995:44) Begriff der Redundanz in der Informationstheorie: Anteil eines Nachrichtensignals, der ohne Informationsverlust entfernt werden kann (Klüppelholz 1995:45)
– gegen die Redundanz der Wiederholung
– konstitutive «Allergie» der Neuen Musik gegen Wiederholung (Klüppelholz 1995:46)
– NM entledigt sich «ihres kultischen, ritualen Wesens, wie es Kategorien vom Typus des Verses der Strophe und
des Reimes» (Adorno 1963a:50)(Klüppelholz 1995:46)
– rigides Wiederholungstabu der Neuen Musik (Klüppelholz 1995:46), wird durch den Gesang der Jünglinge angetastet

Phonetisches Denken in folgenden Begriffen:
– statistische Strukturgesetze der Sprache
– Verbundswahrscheinlichkeit
– Verständlichkeitsskala
– Persönlichkeitsformaten
– Veränderungsgrad, Veränderungsdichte (Klüppelholz 1995:47)
– Geräusche als «statistisch»-polcphne Zeitstrukturen von Klangelementen (Klüppelholz 1995:47)

1.2 Klangfarbe
die elektronische Musik liefert keinen Notentext
(Klüppelholz 1995:49)

zentral:
– Verbindung von Sprachlauten und el. soll «natürlich» sein
Karlheinz Stockhausen: Texte zu eigenen Werken, zur  Kunst Anderer, Aktuelles. Bd. 2. Aufsätze _ 1952–1962 zur musikalischen Praxis. Köln, Verlag Dumont Schauberg, 1964,  S.51)
– dadurch dass «die gesungene Sprache durch ein künstliches Verfahren objektiviert und in die Natur der elektronische Klangwelt eingeschmolzen» wird (Stockhausen 1964:51)
– «Kontinuum an Klangfarben zwischen Sinuston und weissem Rauschen» (Stockhausen 1964:51)
– Entsprechungen von Sprachlauten und elektronischen Klängen: Klang-Vokale, Rauschen-Frikative, Impuls-Plosive (Klüppelholz 1995:50)

1.3 Textverständlichkeit
Stockhausen denkt bei Textverständlichkeit an ein Kontiuum von Verständlichkeit und Nicht-Veständlichkeit.
Zwischen den Polen Sinn zu Unsinn finden sich «undeutliches Sprechen», «mit halbem Ohr zuhören, nicht ganz verstehen» zwischen «Hören
und verstehen ist ein kontiuierlicher Übergang möglich» (Stockhausen 1964:61)
Sowohl für Dieter Schnebel (3) wie auch für Klüppelholz sprechen von  fast schon trad. «Vertoung» des Textes, durch die syllabische, melismatische, chorische Vertonung bleiben die semantische Botschaft, der Verlauf des Textes erhalten,(Klüppelholz 1995:60). Ziel sei die «Ritualisierung der Sprache» (Stockhausen 1964:59). «Was das singuläre Wort an Magie verlor, wird ihm gleichwie durch Massnahmen, dirigistischen angeschafft.» (Adorno 1964:10) (Klüppelholz 1995:61)

1.4 Kontiunuum von Klang und Bedeutung
Klangspektren der Sprachlaute = «where language and music become almost one» (Ronald Cogan: «Toward a Theorie of  Timbre: verbal timbre and musical Lines in Purcell, Sessions and Stravinsky», in: Perspectives of New Music, Vol. 8, No. 1 Autum-Winter, 1969, S. 75-81)

Werke:
Herbert Eimert: Epitaph für Aikichi Kuboyama (1962)
«basiert auf nach Helligkeit gestuften mit Ähnlichkeitsketten» (Klüppelholz 1995:62)
generiert sämtliches Material durch Filterung oder Verstärung der Spektralanteile, des auf das Tonband gesprochenen Textmaterials und anderen Tonbandtechniken (Klüppelholz 1995:63)
Luciano Berio: Tema – Ommaggion a Joyce (1959) und Visage (1961)
Giörgy Ligeti (1923 – 2006): Aventures, 1962
Die elektronischen Klänge erhalten in diesem Sprachzusammenhang eine «konkrete» Anmutung, dass es nach Eimert künftig hinfällig sein werde, zwischen konkreter und elektronischer Musik unterscheiden zu wollen. (Klüppelholz 1995:64)

von der Sprache in die elektronischen Musik übertragen
«Die Konkretheit der Sprache, das Prinzip einer Stufung semantischer Verständlichkeit und das Kontiummmum von Klang und Bedeutng – ob in suzessiven Übergängen oder simultanen Mixturen von Sprach- und musikalischen Klängen – stellen neben dem Modell klangfarblicher Differenzierung die kompositorischen Mittel dar, welche die nachfolgenden vokalen von den elektronischen Kompositionen übernehmen.» (Klüppelholz 1995:64)

 


2. Musikalische Tendenzen der Literatur:
Hans G Helms FA:m Ahniesgwow (1959)

die literarische Seite
vgl. lautpoetische Werke: Schwitters Ursonate, Isodor Isous: «musiquelettrie» (Isou 1947:352); Hugo Ball: Karawane, Wolken ua. (Klüppelholz 1995:65)
Hans G Helms: FA:m Ahniesgwow ist eine tripelparametrische Komposition: Semantik, Phonetik, Morphologie

2.1 Zur Entstehung (Klüppelholz 1995:68)
sprachwissenschaftlicher Hintergrund
Helms betrachtet Arno Holz und James Joyce (Finnegan’s Wake) als seine Vorläufer
FA:m Ahniesgwow in seiner ursprüngl. Form ein 800 Seiten starker Roman (1951)

2.2 Semantik (Klüppelholz 1995:71)
aritifizielle Fremdsprache aus eine analytischen Dekonstruktion einer vorgefundenen Sprache (Klüppelholz 1995:71)

2.3 Syntax und Klang (Klüppelholz 1995:77)
2.4 Kritik der sprachlichen Verdinglichung (Klüppelholz 1995:81)
Abweichend von der normativen Sprache
– falsche Wortwahl
– Verfehlen der syntaktischen Konstruktion
– Vernächlässigen der Aussprache
– Dekonzentration
– Erregtheit
– Alkoholeinfluss
– Parodie
Von Heinz-Klaus Metzger (4)   in «Das Contre–Festival», Kölner Stadt-Anzeiger, 25./26.6., 1960) als «das zentrale literarische Werk des geschichtlichen Augenblicks» begrüsst, von der Kritik als Defekt, als Wortsalat apostrophiert (Klüppelholz 1995:82)

– Kritik an der Verdinglichung der Sprache verstanden (Klüppelholz 1995:82)
– Angriff auf positivistisch isolierte Definionen (Klüppelholz 1995:84)
– Kritik auch an Stockhausens Abstraktion von der sozialen Realität (Klüppelholz 1995:84)
» Unmöglichkeit, verdinglichten Sprachgebrauch zu kritisieren, ohne selbst der Verdinglichung zu verfallen. «Fa:m Ahiniegwow» entrinnt ihr um den Preis, ein Rätsel zu bleiben.» (Klüppelholz 1995:85)

 


3. Komposition von Sprache
Maurizio Kagel: Anagrama (1957–58)
vier Solostimmen, Sprechchor und Insturmentalensemble (1957-58 //Urauff. 1960)
Anagram: «In girum imus nocte et consumir igni» (Klüppelholz 1995:86)
(Wir kreisen in der Nacht und werden vom Feuer verzehrt)
nicht-elektronische Sprachkomposition, der elektronischen Musik verpflichtet
– elektronisches Denken: bewusste Syntheses aller Klangeigenschaften (Klüppelholz 1995:103)

3.1 Worterzeugung (Klüppelholz 1995:87)
Text als Generator neuer Wörter und Sätze
– Erweiterung des Phonemrepertoires
– Permutationen
– versch. Sprachen

3.2 Textverteilung (Klüppelholz 1995:92)
3.3 Lautproduktion – Lautschicht (Klüppelholz 1995:101)
– Verklanglichung des Textes: Vokalpart = Text- und Lautschicht
– asemantische Lautschicht ist phonetisch notiert
– prosodische Merkmale: Tonhöhe, Silbendauer, Lautstärke sind genau festgehalten
– Dreiliniensystem: hoch, mittel, tief
– vom Interpreten abhängige Tonhöhe / keine absolute Tonhöhe
– spezifisch sprachliche Anweisungen wie guttural (Klüppelholz 1995:102)
– «Das Repertoire an Sprachlauten und vokalen Klangfarben […] durch verschiedene sukzessive und simultane Lautverbindungen […] erweitert» (Klüppelholz 1995:105)
3.4 Analogien im Instrumentalpart (Klüppelholz 1995:113)
3.5 Kagels Formbegriff (Klüppelholz 1995:117)
– unartikuliert (Klüppelholz 1995:118)
– antiserialistische Haltung (Baukasten) / Infantilismus (Klüppelholz 1995:119)
– statt dessen: stetigen Übergang
– die Musik wird abstrakter: «sie schüttelt die letzten Relikte ihrer einstmaligen Funktion ab» (Klüppelholz 1995:120)
– das für Kagel charakteristische Prinzip der «divergierenden Heterophonie» (Schnebel 1970: 278) (Klüppelholz 1995:121)
– «Momentform» → Abbau serieller Orthodoxie (Klüppelholz 1995:122)
3.6 Zur Dialektik des Verstehens (Klüppelholz 1995:122)
– keine mühelose Rezeption im Sinne der «primitiven Anpassung» (Klüppelholz 1995:124)
– Ars combinatoria
– «kabbalistisches Werk», so Methger (Klüppelholz 1995:124)
Anagrama → Sprache geht in Musik auf (Klüppelholz 1995:125)

 


4. Komposition von Sprachen:
Dieter Schnebel: Glossolalie (1960–65)

(Viel)sprachigkeit in den Neuen Vokalkompositionen
– Kagels Anagrama erzeugt Vielsprchigkeit semantische Vieldeutigkeit
– Berio Tema-Ommaggio a Joyce und Globokar Voie führen die verschiedenen Übersetzungen ein und desselben Textes zu einer Einheitlichkeit des semantischen Inhalts (Klüppelholz 1995:126)
– In Berios Sinfonia und Zimmermanns Requiem für einen jungen Dichter kommen unterschiedliche Originalsprachen zur Anwendung
– Cage komponiert in Aria und Solo for voice I und II die klangliche Dimension von Textfragmenten und Wörter
– Schnebels Glossolalie bezieht sich auf Sprache und ihrer unterschiedlichen sozialen, historischen und poetischen Strukturen (Klüppelholz 1995:126f). Von der Glossolalie gibt es zwei Fassungen, eine vorkomponierte (die die Mitbestimmung der Interpreten bedingt) und eine auskomponierte (Klüppelholz 1995:127). «Charakteristikum der «Glossolalie», die soziokulturelle und historischen Dimension der «Sprache» Msuik sichtbar zu machen». (Klüppelholz 1995:139)

4.1 Prinzipien der Materialpräparationen
– indeterminierte Grossform
– Einzelabschnitte variabel, basierend auf «Materialpräparationen» im Sinne von «Knoten von Parmeterwerten» (Schnebel 1972:257) (Klüppelholz 1995:127)
– die offene Form zwischen «totaler Determinsation und totaler Unbesstimmtheit» (von Cage beeinflusst: vgl. Imaginary Landscape IV) ist konsitutiv für die Glossolalie (Klüppelholz 1995:129)
4.2 Zusammenhang der materialpräparationen
– Materialpräparationen als konstrasiterende Variantenpaare (Klüppelholz 1995:130), in drei Klassen unterteilt
4.3 Sprachtypen
– Gesprochenes als Musik (Klüppelholz 1995:134)
– Korrelation von experessiver und semantischer Sphäre (Klüppelholz 1995:134)
– Assoziatition als gemeinsamer Nenner von Sprache und Musik (Klüppelholz 1995:134)
– Sprechverläufe und Sparchmaterial als Farbfelder (Klüppelholz 1995:134f)
– konnotative Bedeutungen (Klüppelholz 1995:135)
– Kommunikative Verhaltensweisen
daraus ergeben sich folgende Materialpräparationen
– einwände/entwürfe
– bestätigungen – folgen
– einverständnisse
– für sich – gegeneinander
– iuxtapositionen
– intuitiven  perspektiven
– kontraste – versammlungen
– fortsetzungen – verbindungen
[…](Klüppelholz 1995:136f)
4.4 Funktionen des Instrumentalparts
– Ziel ist «eine integrale Verbindung von Sprache und Musik» oder zumindest eine «Kongruenz sprachlicher und musiklischer Inhalte» (Klüppelholz 1995:139)
4.5 «Glossolalie 61»
4.5.1 Besetzung
4.5.2 Sprachinhalte und Form
vgl. pdf. Klüppelholz 1995:142–50
4.5.3 Verhältnis der Sphären – Verständlichkeit
– eine universelle Sprache in all ihren Erscheinungsformen (Klüppelholz 1995:150): von Nationalsprachen über Dialekte von paralingualen Äusserungen über prosodische Eingearten zu individuell gerpägenten Sätzen  und spezifischen Artikulationen (Klüppelholz 1995:151)
– Versändlichkeit und Text/Sprachhaltung sind abgestimmt (Redundanz, Zitat, Mehrstimmigkeit, semantische Polyvalenz)
4.5.4 Musikalischen Inhalte
– Zeichencharakter der Musikzitate (Klüppelholz 1995:154)
– bringt das historische Wesen der Musik zum Vorschein (Klüppelholz 1995:155)
4.5.5 Abbild der Antagonismen
Glossolalie «ist auf Verständlichkeit aus» vgl. (Klüppelholz 1995:156)
– überdeutliche Partitur
– vielfätliges Kompendium musikalischer Graphik
– Netz an Kommentaren und Anmerkungen

 


5. Komposition von Sprachlauten:
György Ligeti: Aventures (1957/58)
Aventures als Folge von asemantischen Lauten, keinerlei Bedeutung ist ein Exptrempunkt neuer Vokalkompoistion vgl. (Klüppelholz 1995:160)
– Einflüsse: Joyce, Schwitters, Hugo Ball, Lettristen (!) (Klüppelholz 1995:161)
Artikulation als Vorläufer-Fassung  im «rein elektronischen Medium» (Studio Köln)
– im Austausch mit Helms, Metzger, Koenig, Kagel – es wird Finnegan’s Wake gelesen
Aventures: Mimodramen, Uraufführung 1963
5.1 Prosodische Merkmale
– «divergierende Terminologien» bez. Prosodie (Klüppelholz 1995:163)
– Sprachmelodie zeigt die grösste Verwandtschaft zu Musik (Klüppelholz 1995:166)
– Ligeti arbeitet mit versch. Expressemen die er sprachkomp. nachbildet, neben Hinweisen auf Gestik und Mimik
– Expressemtypen und Anweisungen bilden zusammen den Inhalt «Kontureme»
– Fülle von Zwischenstufen und Ambivalenzen der Expresseme (Klüppelholz 1995:167)
5.2 Lautfolgen
– Lautfolgen-Repertoire von 119 Lauten, inbes. 61 Vokale und 58 Konsonanten (Klüppelholz 1995:175)
– asemantische Lautfolgen bilden «eine zur Semantik der prosodischen Eigenschaften» analoge «symbolische» Bedeutung […], welche in den der psychischen Wirkungen  bestimmter Lautqualitäten zu sehen ist.» (Klüppelholz 1995:178)
– daraus ergeben sich «charakteristische» Lautfolgen (vgl. Wagner)
– Rückgriff auf Ertels (5) Psychophonetik, Göttingen, 1969 S. 94, 102.
– drei Gruppen von Lautfolgen: konventionalisierte Interjektionen, Lautfolgen mit symblischer Bedeutung und sprachlich bedeutunglsose Lautfolgen (Klüppelholz 1995:184)
– zahlreiche Zwischenstufen
– psychophonetische Wirkung von grosser Genauigkeit (Klüppelholz 1995:185)
5.3. Formgliederung
5.4 Beziehungen zum Instrumentalpart
5.5 Aufhebung der Sprache
– Vollendung der Sprachzerstörung (Klüppelholz 1995:192)
– Abwertung der konventionellen Bedeutung und Aufwertun der symboischen und expressiven
– Mimesis, Sprechsituation, Gestik trotz Dekonstruktion : «verhilft der Sprache zu einem Existenzraum […] Der Gleichsetzung segmentaler und suprasegmentaler mit musikalischen Klangqualitäten entspring eine Homologie von Sprache und Musik, die zur doppelten Aufhebung führt: Sprach wird ausser Kraft gesetzt und bewahrt zugleich.» (Klüppelholz 1995:192)

 


III
Sprache als Musik – ein vorläufiges Urteil
– musikalische Sprachkomposition = Dekomposition vorhandener Sprache (Klüppelholz 1995:195)
– Grundlegende Annahme eines «Kontinuum[s] zwischen bedeutungslosem Klang und klangloser Bedeutung»
– jeder Parameter ist komponiert (Ausgangspunkt ist die «neutral» gesprochene Sprache unter Berücksichtigung linguistischer und kommunikationstheoreischer Erkenntnisse
– mehr als ein geschlossener Text: Sätze, Wörter, Silben, Laute (Klüppelholz 1995:196)
– neue Vokalmusik ist gegen die «Vertonung» gerichtet und nicht gegen die Sprache
– Kritik an der menschlichen Kommunikation (Klüppelholz 1995:198)
– künstl. Verfremdung entspricht der Entfremdung der Benutzer von Sprache

 


Rezensionen:
Dieter Rexroth:  «Werner Klüppelholz: Sprache als Musik» in: Österreichische Musikzeitschrift 36 (1981)
Wulf Konold(6) : «Was die Studie von Werner Klüppelholz von vielen anderen Untersuchungen zu diesem Themenkomplex unterscheidet, ist die Tatsache, daß sie profunde Kenntnisse neuerer sprachwissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse einbezieht und damit neue Einsichten über die Beziehung und gegenseitige Durchdringung von Sprache und Musik formuliert – dieses Buch darf schon jetzt als Standardwerk über diesen Sektor avantgardistischen Komponierens verstanden werden, gerade auch weil es sich nicht im Detail verliert, sondern sich exemplarisch auf einige wichtige Werke stützt und dabei die historische Einordnung nicht außer Acht läßt.» (Radio Bremen, 1977)